Ein Regenwald für Richard Gespenst

Richard Gespenst schaute aus dem Fenster seiner Spukburg. Seit nunmehr 600 Jahren verbreitete es hier Schrecken. Die vielen Gänge, Zimmer, Säle – jeder Gegenstand, jeder Kratzer im Boden war ihm dort bekannt. „Es ist doch immer wieder dasselbe“, seufzte es. Nur die Wellen des Meeres unterhalb der Burg veränderten immer mal wieder ihren Rhythmus. Wo mögen sie einen Seefahrer wohl hinbringen? Zu Ländern voller bunter Blumenwiesen? Einer Pirateninsel? Bergen, mit Spitzen aus Zuckerguss?, fragte es sich. „Ein Regenwald für Richard Gespenst“ weiterlesen

KirschTrollmonade

Sonderbare Waldbewohner

Friedrich riss die Tür von Pauls Zimmer auf. „Wie kannst du hier nur so ruhig sitzen? Los!“, spornte er seinen Freund an und schob seine große Brille zurecht. Paul zuckte zusammen. „Hast du mich erschreckt!“ Er war gerade dabei gewesen, den Inhalt seines neuen Wanderrucksacks zu kontrollieren, den Mama und Papa ihm zum 8. Geburtstag geschenkt hatten. „Taschenlampe, Lupe, die Feuersteine und das Fernglas. Ich hab alles!“, rief er. Heute würden sie zu einem richtigen Waldabenteuer aufbrechen. Darauf freuten sich die zwei Jungs schon seit Wochen. „KirschTrollmonade“ weiterlesen

Mina auf Drachensuche

„Der fürchterliche Drache Eisenzahn flog mit seinen von Dornen besetzten Schwingen über die Stadt. Sein Fauchen durchbrach die Stille der Nacht. Seine Feuerbälle erhellten die Dunkelheit. Prinzessin Rosalind war der Grund, warum er seine Höhle in den Bergen nach 100 Jahren wieder verlassen hatte.“

Mina klappte das Buch zu und schaute nachdenklich aus dem Fenster. Da wurde die Maus von einem fröhlichen Rufen aus ihren Gedanken gerissen: „Haalloo Mina! Na, was machen wir heute?“ Das war Moritz, der neugierig seinen Eichhörnchenkopf zur Tür hineinsteckte. Unsere Maus schaute ihn einen Moment mit zusammengekniffenen Augen an und sagte dann entschlossen: „Wir suchen einen Drachen!“ „Mina auf Drachensuche“ weiterlesen

Tom und Monster Muffel

Wer hat hier Angst vor Monstern?

„Gute Nacht, mein Schatz. Schlaf schön“, sagte Mama und warf ihm noch ein letztes Luftküsschen zu. Tom schloss die Augen. Er war aber ganz und gar nicht müde. In seinem Kopf tobten die ängstlichen Gedanken wie hüpfende Gummibälle. Tom setzte sich auf und zog die Knie ganz nahe an seinen Bauch heran.

Um es selbst zu glauben, wiederholte er mit fester Stimme: „Es gibt keine Monster. Es gibt keine Monster. Es gibt keine Mo….“ Was war das? Ein Knacken in der Baustellenecke unterbrach ihn. „Verzieh dich!“, rief er laut, warf sich aber dann doch schnell die Bettdecke über den Kopf. Oh nein. Was, wenn sie doch einen Weg in sein Kinderzimmer gefunden hatten? „Tom und Monster Muffel“ weiterlesen

Der erste Herbststurm

Erwin Eiche schloss die Augen. Er liebte das Kribbeln, wenn der Wind leicht durch seine Baumkrone fuhr. Seine Blätter und Äste raschelten leise. Das Bäumchen wiegte sich sacht und lauschte seiner eigenen Musik.

Dann musste Erwin an etwas denken. Er zog verstimmt die hölzerne Stirn in Falten: Dies waren die letzten lauen Lüftchen des Sommers. Bald würde der Herbst kommen und Stürme mit sich bringen, die ihm nicht nur die Blätter entreißen, sondern auch kräftig an ihm zerren würden. „Der erste Herbststurm“ weiterlesen

Lavetia und die Waldgnome

Lavetia Waldwichtel schnupperte an einer Wurzel und bekam einen kräftigen Niesanfall. „Haaatschi! Haatschi! Hatschi!“ Die Stinkwurz roch widerlich vermodert. Sie war perfekt für den Zaubertrank! „Nun schau nicht so Mienchen. Wenn auch in diesem Jahr die Pilze aus dem Boden sprießen sollen, muss es halt erst einmal müffeln“, klärte sie ihr Mäuschen auf.

Mienchen drehte sich in ihrem kleinen Bett aus weichem Moos noch einmal um. „Der Herbst klopft schon stürmisch an die Tür. Ich bleibe lieber hier, in unserem warmen Wichtelhäuschen.“ Lavetia konnte das nicht verstehen. Die Dunkelheit und Kälte würden sie noch lange genug einsperren. Sie musste hinaus und Frau Sonne begrüßen! „Lavetia und die Waldgnome“ weiterlesen

Einmal Ritter sein

Ulrich trat wütend gegen einen Baustamm. „Du bist der Sohn eines Bauern und wirst niemals ein Ritter sein“, machte er die tiefe Stimme seines Vaters nach. Dieser Tage veranstaltete ihr Lehnsherr, Adalbert von Wolfshagen, ein Turnier auf seiner Burg. Die größten Ritter des Landes sollten sich im Lanzen- und Schwertkampf messen. Anstatt sich den großen Herren zu beweisen, damit sie ihn, auch wenn er von nicht hoher Geburt war, als Knappe aufnahmen, musste er die Sau Berta im Wald ausführen. „Einmal Ritter sein“ weiterlesen

Ein Winterquartier für Igel Igbert

Mina Maus genoss auf ihrem abendlichen Spaziergang die warmen, goldenen Strahlen der langsam untergehenden Sonne. Sie brachten das Herbstkleid der Bäume so schön zum Leuchten. Da hörte sie jemanden schimpfen:

„Das war vor ein paar Tagen noch nicht so eng. Ich muss es einfach noch einmal versuchen. Eins, zwei, drei: Hinein!“ Unser Mäuschen beobachtete, wie Igel Igbert verzweifelt versuchte, unter eine alte Baumwurzel zu krabbeln. „Ein Winterquartier für Igel Igbert“ weiterlesen